Kritiken
Rodrigo
Dramma per musica von Georg Friedrich Händel
Musikalische Leitung    Andreas Spering
Inszenierung    Axel Köhler
Bühnenbild    Heinz Balthes
Kostüme    Josè-Manuel Vasquez
PREMIERE am 09. Juni 2001
Oper Halle, Händel-Festspiele Halle


PRO
Der gefragte Altist Axel Köhler legte offenbar all seine Händelwerkkenntnis, seine Lebens- wie Bühnenerfahrung und seine Theaterleidenschaft in diese Inszenierung. Zu erleben waren Übersicht, Lebendigkeit, Farbe und sehr viel Spaß. Die vier Stunden ohne Längen beruhen auf einer Konzeption, die das Zeitlose solcher Erscheinungen wie Machtmissbrauch, Geschlechterkampf, aufopfernde Liebe, Rachewahn und Einsicht in der Ausweglosigkeit erkennt und gestaltet – ohne Verbissenheit, ohne Zeigefinger, sondern mit allem, was Theater so faszinierend macht: Schönheit, Ulk und große Gesten. Und die sich der Ironie bedient, einer Erzählweise mit leichter Distanz zu allen Geschehnissen und Gefühlen.
Das Opernglas 
Die Unbekümmertheit, mit der Köhler und sein Bühnenbildner die Schlachtszene ausstaffieren, verdeckt auf den ersten Blick beinahe, dass dieser „Rodrigo” weit mehr ist als bloßer Händel-Ulk. Klug bricht Köhler etwa den Dialog des Königspaares in private Unterhaltung und ostentativen zum Publikum geführten Schaudialog auf, gewitzt entlarvt er auf dem Höhepunkt der Oper die Illusion von Florindas liebreizender Befriedungsarie – ein Tor, wer daran glaubt, dass das Lieto fine dieser Oper ernstlich Bestand haben könnte.
OPERNWELT


CONTRA
Köhler steht scheinbar hilflos vor der, zugegeben: dramaturgisch schwachen, Oper und schlägt sie als Händel-Comedy, verrührt mit kruden Surrealismus und albernen Naturalismen, zu inszenatorischem Rührei auf …       
Die Welt












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