Kritiken
Das Land des Lächelns
Operette von Franz Lehár
Musikalische Leitung    Kevin John Edusei
Inszenierung    Axel Köhler
Bühnenbild    Frank Philipp Schlößmann
Kostüme    Katharina Weißenborn
Theater Augsburg / Freilichtbühne
PREMIERE am 27. Juni 2009
Aufführungen am 05., 10., 12., 14., 21., 24., 28. und 30. Juli sowie am 01. August 2009


Solide-fließend, einnehmend und amüsant
Axel Köhler, der bekannte Counter-Tenor, hat „Das Land des Lächelns“ für Augsburg inszeniert – ganz ohne Rotgardisten und massenhaft chinesische Radler, wie sie ja hier und da Einzug gehalten haben auf deutschen Bühnen. Immerhin hat er das Rote Tor als Palast-Kulisse auf seiner Seite. Und davor führt er nun bunt, wohltemperiert, mehrheitsfähig und auch ein wenig treuherzig Regie.
Solch hübsche parodistische Einfälle wie das Vertreiben lästiger tanzender Insekten durch eine Riesen-Fliegenpatsche hätte es mehr geben können; doch insgesamt zeigt sich seine Darstellung als solide-fließend, einnehmend und amüsant.
Augsburger Allgemeine   28. Juni 2009

Feinsinnige Personenführung
Es war das Jahr 1929 (betr. Uraufführung „Das Land des Lächelns” in Berlin). Kurz darauf brach die New Yorker Börse zusammen. Die folgende Weltwirtschaftskrise und der aufkeimende Faschismus – historische Tatsachen, die einem geradezu den Atem nehmen in puncto aktueller Brisanz. Will man die Neuinszenierung vor diesem Hintergrund sehen, erscheint die werkgetreue, bilderstarke Realisierung vielleicht fast ein wenig zu ästhetisch, zu glatt...
Diesen Einwand beiseite geschoben, ist die Inszenierung des Counter-Tenors Axel Köhler, der feinsinnig Personen führt, sicher sehr gelungen...
Imposant und zugleich interessant ist die Nutzung der breiten Freilichtbühne mit schnellen offenen Umbauten.
Donaukurier   28. Juni 2009

Beste Unterhaltung
Axel Köhler, im Erstberuf Countertenor, weiß dank seines Spieltalents, was ankommt. Ein Tiefbohrer ist er nicht. Lehárs durchaus doppelbödige Geschichte um einen Zusammenprall zweier Kulturen und Lebensverständnisse tut bei ihm folglich nicht weh. Dafür gibt‘s Augenzwinkerndes à la Insektenballett – wie man sich überhaupt mit der prächtig wirkungsvollen Szenerie bestens unterhalten fühlt. Köhler und Schlößmann nutzen die Freiluftbühne nahezu perfekt aus. Wer gekonnte Operette ohne Widerhaken erleben will – hier ist sie.
Münchner Merkur   29. Juni 2009


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