Interviews        Altus und Regisseur Axel Köhler
 
Klassik heute 6/01
 
Falsett als zweite Natur
Countertenöre sind längst keine Exoten mehr. Denn bei barocken Opern erwarten mittlerweile viele Musikfreunde, daß die Kastratenpartien mit männlichen Falsettisten besetzt sind. Daß diese Stimmen nicht in jedem Falle künstlich klingen müssen, beweist Altus Axel Köhler, der in seinem Stimmfach eine deutlich männliche Farbe setzt. In jüngster Zeit hat sich der gefragte Sänger noch ein weiteres Terrain erobert, das der Opernregie.
… Ein Sänger, der so neugierig auf die szenische Arbeit ist wie Axel Köhler, muß fast zwangsläufig früher oder später selbst bei der Regie landen. Nach dem gewaltigen Erfolg seiner Debüt-Inszenierung („Die Krönung der Poppea” in Halle) wird er dort in diesem Sommer seine zweite Regie absolvieren.
Vor den endlosen Dacapo-Arien Händels hat der Regie-Neuling keine Angst. „Ich glaube, etwas Neues zu erfinden, hat heutzutage keinen Sinn, es war alles schon mal da, deshalb sollte man versuchen, das, was schon da ist, zusammenzubringen - also Elemente des Regietheaters, wie man sie von Kupfer kennt, mit barocker Szenen-Ästhetik .
Der Wechsel von stilisierter Geste und Naturalismus gibt die Chance für große Brüche und enorme Fallhöhen, und ich hoffe, daß wir da einen Weg finden, der die Sache spannend macht.”
„Ich möchte noch ein paar Jahre singen, aber auch in die Regiearbeit eine gewisse Kontinuität hineinbringen, und dabei auch vom Barock weggehen, etwas Modernes machen, ich will mich nicht in die Schubladen der Spezialisten stecken lassen.”
 
 
 

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