- Falsett als zweite
Natur
- Countertenöre sind
längst keine Exoten mehr. Denn bei barocken Opern
erwarten mittlerweile viele Musikfreunde, daß
die Kastratenpartien mit männlichen Falsettisten
besetzt sind. Daß diese Stimmen nicht in jedem
Falle künstlich klingen müssen, beweist
Altus Axel Köhler, der in seinem Stimmfach eine
deutlich männliche Farbe setzt. In jüngster
Zeit hat sich der gefragte Sänger noch ein
weiteres Terrain erobert, das der
Opernregie.
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Ein Sänger, der
so neugierig auf die szenische Arbeit ist wie Axel
Köhler, muß fast zwangsläufig
früher oder später selbst bei der Regie
landen. Nach dem gewaltigen Erfolg seiner
Debüt-Inszenierung (Die Krönung der
Poppea in Halle) wird er dort in diesem Sommer
seine zweite Regie absolvieren.
- Vor den endlosen
Dacapo-Arien Händels hat der Regie-Neuling keine
Angst. Ich glaube, etwas Neues zu erfinden, hat
heutzutage keinen Sinn, es war alles schon mal da,
deshalb sollte man versuchen, das, was schon da ist,
zusammenzubringen - also Elemente des Regietheaters,
wie man sie von Kupfer kennt, mit barocker
Szenen-Ästhetik .
- Der Wechsel von stilisierter
Geste und Naturalismus gibt die Chance für
große Brüche und enorme Fallhöhen, und
ich hoffe, daß wir da einen Weg finden, der die
Sache spannend macht.
- Ich möchte noch
ein paar Jahre singen, aber auch in die Regiearbeit
eine gewisse Kontinuität hineinbringen, und dabei
auch vom Barock weggehen, etwas Modernes machen, ich
will mich nicht in die Schubladen der Spezialisten
stecken lassen.
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