Kritiken
Don Giovanni
Dramma giocoso von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Lorenzo Da Ponte
Musikalische Leitung    Peter Marschik
Inszenierung    Axel Köhler
Bühnenbild    Hartmut Schörghofer
Kostüme   Corinna Crome
PREMIERE am 27. April 2007
Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin


Die Inszenierung des mit großem Erfolg auch als Regisseur in Erscheinung tretenden bekannten Countertenors Axel Köhler nimmt die Genrebezeichnung beim Wort und versucht, das Werk nach Art einer commedia dell'arte aufzufächern. Er verleiht der Neuinszenierung in der deutschen Textfassung von Hermann Levi mit szenisch-musikalischem Esprit außergewöhnliches Format.
orpheus  Juli/August 2007

Kompliment der Mecklenburgischen Staatskapelle für ihre souveräne Leistung. Anerkennung für Bühne und Kostüme, die auf zurückhaltende Tradition setzen und gerada dadurch Axel Köhlers von Ironie getragene, sehr zeitgemäße Rezeption unterstützen. Dieser „Don Giovannni” macht Spaß.
Ostseezeitung
  30. April 2007

Der Regisseur Axel Köhler erzählt in klaren, oft verblüffend einfachen, deutlichen und treffsicheren Bildern die Geschichte des rastlosen Verführers ...

Mit choreografischer Genauigkeit inszeniert Köhler mitunter die Bewegungsabläufe, ohne dabei die Lebendigkeit der Darstellung zu verlieren. Dem Dramma giocoso entspricht er mit feinem Witz und burlesken Späßen. Und doch bringen Kleinigkeiten auch wieder großen Ernst ins Spiel, wie beispielsweise Zerlinas Brautkranz, der über viele Szenen hinweg wie ein trauriges Ehesymbol vergessen im Hintergrund an der Wand hängt … Das Publikum applaudierte mit stürmischer Begeisterung und vielen Bravo-Rufen.
Schweriner Volkszeitung  30. April 2007

… Das wird in der Inszenierung von Axel Köhler – handwerklich gelungen und reich an Einfällen – umso deutlicher in dem Augenblick, wo Don Giovanni seinem Diener begegnet... in seinem beigefarbenem Trenchcoat und dunklem Hut ein mindest doppelgesichtiger Leoprello, eine fast groteske Mischungaus Stasi-Mann und Mister Bean. Wie Sancho Pansa für Don Quichotte, so bildet er für seinen Herrn die kluge Wand, an die sich Don Giovanni lehnen kann und an der alle Moral abprallt.
Schwer anzukommen gegen ein solch dialektisch geschultes Gespann; auf dieses Kräfteverhältnis legt sich die Regie relativ früh fest. Zumal Axel Köhler der gegenerischen Trias aus Donna Anna, Donna Elvira und Don Ottavio nicht den Furor zumisst, der ötig wäre, um der Verführungskunst wirklich Einhalt zu gebieten.
OPERNWELT   Juni 2007

  Fotos