Kritiken
Poro in „Cleofide”
Oper von Johann Adolf Hasse
Semperoper Dresden
Premiere am 26. März 2005


Mit der Oper „Cleofide” in Dresden beginnt endlich die Wiederentdeckung des sächsischen Hofkapellmeisters Johann Adolf Hasse …
Die blitzenden Schlachtenmusiken, Alessandros große Arie mit virtuos obligatem Horn sowie Cleofides vokales Brillantfeuerwerk am Ende des zweiten Aktes gehören zu den Höhepunkten dieser Partitur, die effektvoll Affekte absetzt und verwirklicht.
… David Cordier verführt mit lockerem Countertenor, der auch herrisch befehlen kann. Als Gegner hat er Axel Köhler: einen schneidend scharfen, doch ausdrucksstarken Poro.
Die Welt  30. März 2005

Die Protagonistinnen und Protagonisten des kurzweiligen Abends können sich sehen und hören lassen … Den eifersüchtigen Macho Poro gibt der Countertenor Axel Köhler mit ebensoviel Temperament wie Selbstironie im Spiel, gesanglich setzt er auf kräftige Expression …
Dresdner Neueste Nachrichten  29. März 2005
Dabei hat Hasses Musik ein erhebliches Unterhaltungspotential, erreicht in ihren besten Momenten schon mal Händelsche Größe und ist vor allem für die Sänger ein Fest … Maria Bayo als Fürstin Cleofide taktiert stimmlich betörend, während ihr den Widerstand anführender Liebhaber Poro mitten in der gerade tobenden Weltbpolitik immer noch genügend Puste für jede Menge fast hysterischer Eifersuchtsausbrüche hat.
Neues Deutschland  31. März 2005

Der Counter David Cordier wird mit erstaunlich kraftvollem Profil zum frei seine Ambitionen wechselnden Mittelpunkt, Altus Axel Köhler sein alle Darstellungsregister ziehender Gegenspieler Poro … eines gelungenen und höchst unterhaltenden Opernabends.
Frankfurter Rundschau  05. April 2005

Aber leidlich kurzweilig ist sie trotzdem, diese Oper zwischen Spätbarock und Frühklassik. Weil Gruber ihr Handwerk versteht, die Sänger spielen lässt und einen ganz besonders: Axel Köhler turnt als besiegter König Poro über die Bühne, dass es eine Wonne ist. Keine Sekunde, die er nicht nutzte für grämliches Haareraufen, triumphales Fäuste-Recken, albernes Fessel-Robben. Hinreißend, diese Selbstentäußerung zwischen Spiellust und -wut.
Leipziger Volkszeitung  28. März 2005







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